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Highland Broadsword
Den Schwerpunkt des Curriculums bildet das Broadsword, ein vor allem zum Hieb gedachtes Schwert mit zweischneidiger, breiter Klinge. Einschneidige Exemplare nennt man Backsword, solche mit gekrümmten Säbelklingen „Turcael“ (gälisch „türkische Klinge“). Die Führungsweise dieser Waffen ist, bis auf kleine Details, identisch. Besonderes Merkmal ist das volle Korbgefäß (engl. Basket-Hilt), welches die Hand schützt. Bekannt sind ähnliche Gefäße schon bei Waffen aus dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum, Skandinavien und England. Das Highland Broadsword erhielt sich in den britischen Hochlandregimentern bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Das Broadsword wird vor allem mit den Clans des schottischen Hochlandes assoiziiert, den Highlandern. Viele der Autoren von Fechtbüchern waren Schotten, die jedoch nicht in der Clan-Gesellschaft aufwuchsen. Andere wiederum waren Engländer oder Iren. Dennoch hatten einige direkten Kontakt mit den Highlandern im Gefecht und können daher detallierte Anweisungen über deren Kampfweise liefern. Durch die Übernahme vieler Clankämpfer in die Hochlandregimenter der britischen Armee, floss deren Wissen und Erfahrung natürlich auch in die spätere Militärfechtweise mit ein. Technisch und historisch lassen sich viele Verbindungspunkte zwischen den Fechtbüchern finden, von Sir William Hope im späten 17. Jhd. bis zu Thomas Mathewson im frühen 19. Jhd. Das Broadsword bzw. Backsword war eine Waffe, die in ganz Schottland, Irland und England im Gebrauch war. Das früheste Werk zum Backsword-Fechten wurde von dem Engländer George Silver im späten 16. Jahrhundert verfasst.
Die älteren Fechtquellen wie Donald McBane (1728), James Miller (1735) und Thomas Page (1746) werden in der Cateran Society als "Old Style" zusammengefasst. Dies beschreibt das frühe Broadsword, also die Fechtweise der Highland Clans und der Prizefighter (Stage-Gladiators, also Schaukämpfer und Boxer). Die Fußarbeit und Hiebmechanik stellt eine gesonderte Lernstruktur abseits des Regimentsstils dar. Da jedoch alle Fechtbücher eine Kontinuität und Verbindungspunkte haben, lassen sich die ältere und jüngere Methode verbinden.

Die meisten Fechtbücher stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis ins frühe 19. Jahrhundert und sind vornehmlich dem militärischen Umfeld zuzuordnen. Es handelt sich um eine simple, aber effektive Methode, welche sehr gut als Grundlage der Fechtschule dient und es ermöglicht Rekruten im Gruppenunterricht relativ schnell kampftauglich zu machen. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts waren auch die Mannschaftsränge der Hochlandregimenter noch mit dem Broadsword bewaffnet. Die Regimentswaffen fielen oft etwas leichter und schlanker aus, als solche aus dem 17. und frühen 18. Jhd., was Einfluss auf die Fechtmethode hat. Zudem wurde sie durch europäische Strömungen, vornehmlich das Fechten mit Säbel und Stoßdegen (Smallsword) beeinflusst.
Diese Regiments-Fechtweise war für alle militärischen Blankwaffen dieser Epoche gedacht – Broadsword, Backsword, Säbel, Spadroon (eine Art Hybrid aus Broadsword und Stoßdegen) und Naval Cutlass (Entersäbel) - und so verweisen manche Autoren auch auf mehrere Waffentypen. Ihnen gemein war auch der Gebrauch des Singlesticks als Trainingswaffe, ein Eschenholzstock mit einem Handschutz aus Leder oder Korbgeflecht. Für einfache Leute in den Clans oder aufgrund von Waffenverboten, konnte er auch als Behelfswaffe dienen. Auf Volksfesten oder auf den Bühnen der Stage-Gladiator (Preis- und Schaukämpfer) focht man damit bis zur ersten Platzwunde am Kopf. Als Fechtsport blieb der Singlestick noch bis ins frühe 20. Jahrhundert erhalten.
Die in der Cateran Society genutzten Fechtbücher sind von Sir William Hope (spätes 17. Jhd.), Zachary Wylde (1711), Donald McBane (1728), Captain James Miller (1735), Thomas Page (1746), Captain John Godfrey (1747), Andrew Lonnergan (1771), Captain G. Sinclair (1790), Archibald MacGregor (1791), Roworth/Taylor (1798), Henry Angelo (1798/99) und Thomas Mathewson (1805).



Targe und andere Beiwaffen
Die schottischen Highland Clans benutzten das Broadsword nahezu immer in Kombination mit dem Rundschild, Targe genannt. Bekannt war diese Schildform wohl schon im Mittelalter, auch in Irland. Targes waren meist aus mit Leder verstärktem Holz gefertigt und bis Mitte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch, anfangs auch noch bei den Highland Regiments. Aufwändige Verzierungen des Leders durch Punzierungen, Messingnägel oder auch Silberarbeiten sind belegbar. Im Zentrum des Targes befand sich oft ein kleiner Buckel aus Messing oder Eisen (seltener Silber) in den manchmal auch ein metallener Dorn eingeschraubt war bzw. werden konnte (sog. Spike). Dieser ermöglichte im Nahkampf Stiche, aber vor allem half er bei der Bindung der gegnerischen Klinge. Wir gehen davon aus, dass die schottischen Clankämpfer diese Kombination in Schlacht und Duell bevorzugten und ihr mehr Bedeutung zumaßen gegenüber dem Single-Broadsword.

Der Schild erlaubt einen schnellen und aggressiven Stil des Fechtens und gewährt defensiven Schutz. Das Training basiert auf dem Werken von Donald McBane (1728), Thomas Page (1746) und den Penicuik-Sketches. Die Penicuik-Sketches sind eine Kollektion von Zeichnungen eines Augenzeugen, die u.a. Highlander während des letzten Jakobiten-Aufstandes um 1745/46 darstellen. Sie zeigen viele Kämpfer mit Broadsword und Targe. Die daraus resultierenden Technikkonzepte lassen eine Kombination mit den Fechtbüchern nach Page und McBane zu.
Diese Technikkonzepte sind die Basis für den Gebrauch anderer Beiwaffen. Zunächst ist dies der schottische Dolch (Dirk), der in der freien Hand mit der Klinge eng am Unterarm geführt wird. So kann er für Bindungen im Nahkampf eingesetzt werden, man kann Ringversuche des Gegners abwehren und notfalls Hiebe abfangen. Bekannt ist auch, dass die Highlander gerne gleichzeitig mit dem Targe den Dirk in der Schildhand führten, um diesen als zusätzliches Element im Kampf einzusetzen.
Die Prizefighter oder Stage-Gladiator fochten auf ihren Bühnen auch noch mit Buckler und Parierdolch, die im militärischen und zivilen Gebrauch im 18. Jahrhundert keine große Rolle mehr spielten. Der stählerne Faustschild war im Gegensatz zu mittelalterlichen Exemplaren eher flach und der Parierdolch verfügte über einen Basket-Hilt. Diese Waffen werden eher mit dem englischen Backsword nach George Silver (16. Jhd.) in Verbindung gebracht, aber noch Donald McBane (1728) und Captain James Miller (1737) beschreiben diese Waffen. Miller zeigt zudem einen Parierhandschuh, den auch Sir William Hope als nützlich beschrieb.
Improvisierte Beiwaffen, wie ein um den Arm gewickelter Plaid oder Mantel, ein Bajonett oder eine Pistole sind historisch belegbar: Donald McBane beschreibt ersteres und Sir Thomas Cochrane, 10th Earl of Dundonald empfahl, ein Bajonett am freien Unterarm zu befestigen, während Lt. Pringle-Green zeigte, wie man eine Pistole zum Parieren im Enterkampf gebraucht.
Wer den Gebrauch von Beiwaffen wie Targe und Dirk lernen möchte, braucht erst einmal eine solide Basis. Daher beginnen Anfänger mit dem Training des Broadswords als Einzelwaffe. Über diese didaktische Methode erlernen sie die grundlegenden fechterischen Fähigkeiten wie Fußarbeit, Körpermechanik, Hiebe und Paraden, Distanzgefühl, Timing, Taktik etc. Fortgeschrittene Fechter erlernen dann den Umgang mit Broadsword und Targe, sowie die Hinzunahme des Dirk. Andere Beiwaffen sind optional je nach Interesse möglich.

Highland Dirk
In Kombination mit Schwert und Targe trugen die Highlander den langen Dolch (Dirk) in der Schildhand. Er konnte auch als Beiwaffe mit dem Broadsword benutzt werden und im Nahkampf. Neben dem Broadsword war der Dirk wichtigste Blankwaffe der Highlander und Highland Regiments. Bis in die Moderne trugen die Soldaten den Dirk neben der traditionellen Kleidung als Symbol ihrer Geschichte, Herkunft und Kampfkraft. Der Dirk hatte eine Gesamtlänge von ca. 50 cm oder mehr, war einseitig geschliffen und Klingen wiesen verschiedene Profile auf. So gibt es Dirks, die eine fast dreieckige Klingenform haben, andere sind aus alten Backsword-Klingen gefertigt. Schon im 16. Jhd. trugen Iren und Schotten lange Dolche im Kampf (bei den Iren als Skean bekannt). Ihren Ursprung hatten sie wohl in den mittelalterlichen Scheiben- und Nierendolchen
Der Dirk war bei den Schotten genau genommen von größerer Gewichtung, als das Broadsword. Zum einen war er erschwinglicher, weshalb ihn auch weniger wohlhabende Männer trugen, zum anderen gehörte er zur Ausstattung erwachsener Männer als Waffe, Werkzeug und Statussymbol. Kleinere Messer nannten sich Sgian Achlais und Sgian Dubh und wurden versteckt im Ärmel oder unter der Achsel getragen. Die Soldaten der Highland Regiments gebrauchten den Drik gerne im Nahkampf, wie z.B. in den Kolonialkämpfen des Siebenjährigen Krieges (sog. Franzosen- und Indianer-Kriege). Die waldigen und bergigen Kriegsgebiete machten den Dirk zur bevorzugten Wahl gegenüber dem Broadsword. Noch in den Grabenkämpfen des 1. Weltkrieges gebrauchten sie ihre Dirks und Sgians, da sich aufgepflanzte Bajonette in der Enge der Gräben oft als unpraktisch erwiesen. Zum Highland-Dress gehören Dirk und Sgian Dubh heute noch.

Direkte Quellen zum Gebrauch gibt es leider nicht. Es gibt Bild- und Textzeugnisse vom Einsatz des schottischen Dirks und wenige Quellen wie Archibald MacGegor (1791) erwähnen ihn. Anhand dieser und der Waffe lassen sich viele Rückschlüsse ziehen. Aber das Highland Knife Fighting bleibt spekulativ und experimentell. Die Cateran Society hat ein paar simple Methoden erstellt, durch die wir praktisch arbeiten können.

Claidheamh da Laimh
Das schottische, beidhändige Großschwert wird fälschlicherweise oft als Claymore bezeichnet. Der gälische Begriff Claidheamh da Laimh trifft es in der Terminologie besser, darüber sind sich die Sprachforscher inzwischen einig. Das Großschwert hatte eine Gesamtlänge von 130 bis 150 cm, mit einer breiten, flachen Klinge, die vor allem für den Hieb geeignet war. Eine Variante dieses Schlachtschwerts kam im 17. Jhd. auf und war mit einem Clam-shell guard genannten Handschutz ausgestattet. In den Lowlands gebrauchte man eher größere Bidenhänder, welche anderen europäischen Gegenstücken entsprachen. In Irland gab es ähnliche Designs von Großschwertern. Auch wenn die Galloglass-Söldner vornehmlich für die Langaxt bekannt waren, so gebrauchten viele von ihnen später auch die zweihändigen Schwerter, ebenso wie die New Scots oder Redshanks genannten schottischen Söldnertruppen, die im 16. Jahrhundert verstärkt nach Irland kamen.
Die schottischen Hochländer führten das Claidheamh da Laimh ab dem frühen 16. Jahrhundert immer mehr. War die Hauptwaffe der Highlander noch bis ins späte 15. Jhd. die beidhändige Axt, so sieht man spätestens nach der Schlacht bei Flodden, 1513 einen stärker werdenden Einsatz der Beidhänder. Im Laufe des 17. Jhds. ließ dies stark nach, aber vereinzelt war es noch im Gebrauch. Noch in der Schlacht bei Killiecrankie 1689 sollen gut ein Dutzend davon zum Einsatz gekommen sein. Es gibt sogar Hinweise darauf, das solche noch beim letzten Jakobiten-Aufstand um 1746 gesichtet wurden. Aber dies war wohl eher eine extreme Ausnahme. Er wurden Klingen von Zweihändern im 18. Jhd. zu Basket-Hilt Broadswords umgebaut.
Seinen Ursprung hatte das Claidheamh da Laimh in den einhändig und anderthalbhändig (halflang) geführten Schwertern des schottischen Mittelalters. Sie weisen schon typische Merkmale der Großschwerter auf, wie die nach vorne geneigte Parierstange/Kreuz und die Knaufform und man kann die nordischen Einflüsse im Design gut erkennen.
Quellen zum Fechten mit diesen Waffen gibt es leider keine. Die Cateran Society analysiert jedoch Schlachtberichte und gleicht diese mit den Grundprinzipien des einhändigen Fechtens ab. Zudem lässt sich die Hiebmechanik und Fußarbeit von Thomas Page damit verknüpfen. So wurde ein kleines Technikkonzept erarbeitet, das sich praktisch einsetzen lässt und das mit belegbaren Zweihandschwert-Traditionen, wie dem iberischen Montante und italienischen Spadone abgeglichen werden kann.

Lochaber-Axe
Die Schotten gebrauchten als einfache, aber effektive Stangenwaffe die Lochaber-Axt. Diese war eine Art Hellebarde, günstig herzustellen und hatte ihren Ursprung wohl aus der Umwandlung landwirtschaftlicher Geräte. Erstmalig erwähnt wird sie im frühen 16. Jahrhundert. Sie erhielt sich bis zu den letzten Aufständen der Jakobiten Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Stadtwache von Edinburgh behielt sie sogar darüber hinaus bei.
Die Lochaber-Axt ist meist entweder an einem ca. 130 – 150 cm langen Eichenschaft montiert oder einer 180 cm langen Stange. Das Axtblatt, mit dem man auch zu
stechen konnte, wenn es zugespitzt geformt war, wog ca. 2 bis 2,5 kg und war über eine Tülle oder zwei Ringe am Schaft befestigt.  Manche Exemplare hatten eine spitze Tülle am Schaftende als Gegengewicht zur Klinge oder auch verlängerte Metallzungen die den Schaft zusätzlich im Axtkopfbereich schützten. Eine Besonderheit ist der cleek, ein Haken von dem vermutet wird, man könne damit Gegner kontrollieren und Berittene vom Pferd ziehen konnte. Manche Forscher sind da aber unsicher. Es hat sich für sie keine Fechtquelle erhalten, aber zumindest Sir William Hope und Donald McBane zeigen sie in ihren Fechtbüchern.
Eine echte Spezialistenwaffe war hingegen die irische Sparth-Axt der Söldnertruppen schottischer Herkunft, die Galloglass (gall óglaigh) genannt wurden. Diese langstielige Streitaxt hatte ihren Ursprung in den Dänen-Äxten der skandinavischen Einwanderer in Schottland, die vor allem auf den Hebriden und in den West Highlands siedelten und sich dort mit der ansässigen Bevölkerung verbanden. Diese gälisch-nordische Kultur prägte die Hochlandkrieger in Ausrüstung, Waffendesign und Kampfweise bis ins späte 16. Jahrhundert. Bevor um 1500 das beidhändige Großschwert aufkam, waren die West Highlander und Islander als Axtkämpfer bekannt. Die aus ihren Reihen stammenden Galloglass behielten diese Waffe noch bis um 1600 bei. In Zeiten von Muskete und Rapier, marschierten die Galloglass mit ihren Kriegsäxten, langen Kettenhemden und Breitschwertern auf. Der inzwischen leider verstorbene Ken Pfrenger, ein Mitbegründer und Freund der Cateran, hat zur Sparth-Axt einige Technikdrills erarbeitet, die ihren praktischen Gebrauch ermöglichen. Das Grundkozept wurde von der Cateran Society auch für die Lochaber-Axt übernommen.
Der Quarterstaff kann, wie schon im Mittelalter als Einstiegsgerät für Stangenwaffen dienen, da er einerseits erschwinglich in der Anschaffung ist, man damit sehr sicher und gut die Grundlagen lernen kann und zudem das Gewicht, im Vergleich zu einer Lochaber-Axt den Einsteiger nicht überfordert. Er diente auch als eine Waffe für sich. Noch im 18. Jahrhundert war der Quarterstaff bei den Stage-Gladiators im Gebrauch. Die Hauptquellen dazu sind Donald McBane und Archibald MacGregor.



Cudgeling
Der Spazierstock wurde im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts immer mehr zum täglichen Accessoire. Insbesondere dort, wo das Tragen von Blankwaffen verboten war oder Einschränkungen unterlag, bot ein einfacher Wanderstab oder Spazierstock eine legale Hilfswaffe. Sofern man nicht auf eine versteckte Klinge, also einen Stockdegen zurückgriff. Auch die Meister des Highland Broadsword waren sich dieser Übertragbarkeit bewusst. Bereits Captain Sinclair schreibt darüber in seinem „Anti-Pugilism“ (1790).
Dabei wurde direkt von der Fechtweise mit der Blankwaffe übertragen. Mit den irischen Gangs und Faction-Fights assoziiert wird das Bata, der Kampf mit dem Blackthorn Shillelagh, ein sehr zäher und mit hartem Wurzelknauf ausgestatteter Knüppel, der auch als Spazierstock gebraucht wurde. Donald Walker (1840) beschreibt seinen Gebrauch, ebenso wie spätere Autoren bis in die Epoche um 1900 sich sehr dem Spazierstockfechten widmen.
Die Cateran Society trainiert in regelmäßigen Abständen den Gebrauch des Spazierstocks basierend auf den Grundlagen des Broadswords
im Rahmen der MacGregor Method. Dabei fließen alle Aspekte der von uns trainierten Waffengattungen ein. Es werden ein- und beidhändige Techniken genutzt, Stiche mit dem Stockende und Hiebe mit dem Knauf, sowie Hebeltechniken kombiniert mit Schlägen, Tritten und Würfen im Nahkampf.


Highland Wrestling & Pugilism
Das heute noch praktizierte Highland Wrestling oder Scottish Backhold Wrestling ist der traditionelle Ringstil Schottlands und seine Wurzeln reichen weit in der Geschichte zurück. In den Highlands gehörte der Ringkampf zur Basisausbildung der Clankämpfer. Heute wird Backhold insbesondere bei den Highland Games ausgeübt und es gibt einige Schulen in Schottland. Zudem gibt es internationale Wettkämpfe mit Ringern ähnlicher traditioneller Stile. Das Cumberland & Westmoreland Backhold Wrestling ist am nächsten verwandt, aber auch das bretonische Gouren, Cornish Wrestling und andere Stile werden gemeinhin als Celtic Wrestling zusammengefasst.
Die Ringer greifen sich um den Oberkörper und versuchen von dieser Haltung aus den Gegner mittels verschiedener Würfe, Ausheber und Fußfeger zu Boden zu bringen. Dabei dürfen sie den Griff nicht lösen und außer mit den Füßen mit keinem anderen Körperteil den Boden berühren. Dabei sind Körperkraft, Athletik und Technik wichtig. Es finden sich Verbindungen zum Fechten mit dem Broadsword, also der Ursprung dieser Backhold-Techniken auf dem Schlachtfeld, insbesondere auch in Kombination mit dem Dirk.
Im frühen 18. Jahrhundert wurde das Boxen (Pugilism) zum Sportspektakel, welches nicht weit von der heutigen Popularität des Kampfsports weg war. Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts waren dies noch fast regellose Kämpfe, die von den Stage-Gladiators genannten Preiskämpfern öffentlich neben Waffengängen mit Backsword, Singlestick und Quarterstaff ausgetragen wurden. Professionelle Waffenmeister nahmen daran teil, jedoch auch jeder Handwerker oder Raufbold dem es in den Fingern juckte. Dabei wurde mit Fäusten, Tritten, Kopfstößen, Ellenbogen, Knie und Ringtechniken gekämpft. Gekämpft wurde „bareknuckle“, also mit bloßen Fäusten, weswegen auch Hammerfists, Backfists und Schläge in den Nacken genutzt wurden. Einer der ersten Kämpfer, der das Pugilism systematisierte, war der Fechtmeister James Figg. Er war der klassische Prizefighter seiner Zeit. Es heißt er habe die Theorien der Fechtkunst auf den Faustkampf übertragen. Nicht umsonst bezeichnet man Boxen heute noch als Fechten mit der Faust. Im Jahre 1719 eröffnete er seine eigene Schule und galt in dieser Zeit als erster offizieller englischer Champion, weswegen er als Vater des modernen Boxens bekannt ist.
Sein Schüler und Protegé Jack Broughton (ca. 1703/04 – 1789) wurde sein Nachfolger und erließ das erste Regelwerk für sein eigenes Amphitheater, wie die Kampfarenen damals in Anlehnung an das alte Rom genannt wurden. Es wird gesagt, er erließ diese nachdem ein Gegner durch die Folgen des Kampfes starb, um das Boxen sicherer zu machen. Jedoch bestanden die Broughton-Rules aus nur 7 Regeln, davon bezogen sich nur ein paar auf verbotene Kampftechniken. Dies gibt auch die Möglichkeit zu Rückschlüssen auf zuvor erlaubte Techniken. Ringen und andere heute im Boxen verbotene Techniken blieben somit bestehen, auch mit den folgenden London Prize Ring Rules (1838) änderte sich dies nicht gravierend. Broughton war auch als der Erfinder der sog. „mufflers“, Trainingshandschuhe, die Sparringskämpfe sicherer machten. In seiner der Arena angeschlossenen Schule trainierten auch Gentlemen, die keine Preiskämpfer waren. Sie lernten Pugilism zur körperlichen Ertüchtigung und Selbstverteidigung. Geboxt wurde aber weiterhin mit bloßen Fäusten, erst die Marquis of Queensberry-Regeln veränderten Ende des 19. Jahrhunderts den Boxsport gravierend.
Preisboxer waren vergleichbar mit modernen Profisportlern, die durch finanzielle Unterstützung eines wohlhabenden Gentleman vom Kämpfen und Unterrichten leben konnten. Daniel Mendoza, Gentleman John Jackson und Tom Cribb waren um 1800 die Sporthelden ihrer Zeit. Dabei dominierten vor allem große, kräftige Kämpfer, da es noch keine Gewichtsklassen gab. Ausnahmeathleten waren der eher kleine und leichtere Daniel Mendoza, ein spanisch-sephardischer Jude (und Vorfahr des Schauspielers Peter Sellers), sowie der afroamerikanische Kämpfer Bill Richmond. Dessen Schüler, der ehemalige Sklave Tom Molineaux war auch der erste farbige Kämpfer, der um die englische Meisterschaft und damit den Weltmeistertitel 1810 boxte.
Quellen zum Faustkampf gibt es viele, beginnend mit Mendozas Werk von 1789. Insbesondere ab Mitte des 19. Jahrhunderts finden sich mehr und mehr Anleitungen zum Faustkampf. Dabei dominiert der Einsatz der Faust, aber es gibt auch einige Ringtechniken im Clinchkampf, sowie der Einsatz von Unterarm und Ellenbogen für Stöße, Kopfstöße und andere heute verbotene Techniken. Beispielsweise wurde Daniel Mendoza durch Gentleman John Jackson 1795 k.o. geschlagen, indem dieser Mendoza an seinem langen Haar festhielt. Eine weitere Quelle ist Captain John Godfrey, der 1743 zum Smallsword und Backsword schrieb und auch Aspekte des Boxens sowie u.a. Jack Broughton als Champion erwähnt. 1825 präsentiert das Buch „The Art and Practice of Boxing“ interessante Einblicke, ebenso wie Owen Swift 1840. Nachfolgende Werke wie von James (1878), Doran (1889) oder Donovan (1893) sind durchaus interessant, da zu dieser Zeit die Queensberry-Regeln schon in Kraft, aber noch nicht gänzlich alleiniges Regelwerk waren, so dass die Revised London Prize Ring Rules von 1853 noch Anwendung fanden.
Trainiert wird das Highland Wrestling anhand von alten Anleitungen, wie Donald Walker, William B. Dick und Walter Armstrong und mit der Unterstützung von Ringern aus Schottland. In der Cateran Society gibt es zudem die Celtic Wrestling-Lessons, welche Elemente des schottischen Backhold, irischen Collar-and-Elbow und Loose-Hold Wrestling verbinden. Wir schauen daher verstärkt auch auf andere noch existierende Ringstile des Celtic Wrestling. Wir verbinden dies mit den Aspekten des Pugilism und den beschriebenen Techniken der historischen Notwehr, wie wir sie bei Donald Walker (1840) und anderen finden. Dazu gehört auch die Nahkampftechniken des Highland Broadswords im Sinne der MacGregor Method auf den waffenlosen Kampf zu übertragen.


 
 

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Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage der Cateran Society: http://www.cateransociety.com/ Weitere Anfragen zum Training, Seminaren etc. bitte an blackwatch_42nd@yahoo.de
Die Broadsword Academy Germany ist eine offiziell zertifizierte, freie Trainingsgruppe der Cateran Society Broadsword Academy. Wir trainieren u.a. nach von Christopher Scott Thompson, Präsident der Cateran Society und Head-Instructor des Broadsword Academy Apprenticeship Program, entwickelten Methoden und Interpretationen verschiedener historischer Quellen. Gemeinsam wird das Fechten mit dem Highland Broadsword und anderen Waffen trainiert, einem z.T. rekonstruierten historischen Fechtstil schottisch-britischer Tradition, dessen Wurzeln im 16. Jahrhundert liegen und der bis ins 20. Jahrhundert hinein in z.T. abgewandelter Form ausgeübt wurde. Im Kern basiert unser Training auf den Interpretationen alter Fechtmanuskripte, sowie militärischen Drillbüchern und anderen schriftlichen, als auch bildlichen Quellen. Einige Aspekte stammen aus folkloristischer Tradition bzw. der gälischen Kultur und deren freier Interpretation. Zum Teil fließen auch die Erkenntnisse anderer Fechttraditionen und Kampfkünste mit ein. Ziel ist der freie, möglichst realitätsnahe Gebrauch des Broadsword und anderer Waffen, sowie die Pflege einer gewissen europäischen Tradition und der historische Zusammenhang mit den Highland Clans und Regiments. Das Curriculum beinhaltet Highland Broadsword, Targe und Dirk. Weitere Teilbereiche sind das Highland Wrestling, Pugilism (altes Boxen), Cudgeling (Selbstverteidigung mit dem Spazierstock und Regenschirm), sowie das Naval Cutlass (Entermesser). Das Ziel als Trainingsgruppe der Broadsword Academy ist es, gemeinsam nach und nach alle Puzzleteilchen zu kennen und zu beherrschen. Wir bieten neben Fechtunterricht auch Informationsstände und Aufführungen z.B. bei Highland Games an, sowie Beratung und Training für Film-, Theater- und Spieleproduktionen. Auch für Workshops und Seminare zu den schottischen historischen Kampfkünsten können Sie uns gerne kontaktieren.