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Highland Broadsword
Den Schwerpunkt des Curriculums bildet das Broadsword, ein vor allem zum Hieb gedachtes Schwert mit zweischneidiger, breiter Klinge. Einschneidige Exemplare nennt man Backsword, solche mit gekrümmten Säbelklingen „Turcael“ (gälisch „türkische Klinge“). Die Führungsweise dieser Waffen ist, bis auf kleine Details, identisch. Besonderes Merkmal ist das volle Korbgefäß (engl. Basket-Hilt), welches die Hand schützt. Bekannt sind ähnliche Gefäße schon bei Waffen aus dem 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum, Skandinavien und England. Das Highland Broadsword erhielt sich in den britischen Hochlandregimentern bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Das Broadsword wird vor allem mit den Clans des schottischen Hochlandes assoiziiert, den Highlandern. Viele der Autoren von Fechtbüchern waren Schotten, die jedoch nicht in der Clan-Gesellschaft aufwuchsen. Andere wiederum waren Engländer oder Iren. Dennoch hatten einige direkten Kontakt mit den Highlandern im Gefecht und können daher detallierte Anweisungen über deren Kampfweise liefern. Durch die Übernahme vieler Clankämpfer in die Hochlandregimenter der britischen Armee, floss deren Wissen und Erfahrung natürlich auch in die spätere Militärfechtweise mit ein. Technisch und historisch lassen sich viele Verbindungspunkte zwischen den Fechtbüchern finden, von Sir William Hope im späten 17. Jhd. bis zu Thomas Mathewson im frühen 19. Jhd. Das Broadsword bzw. Backsword war eine Waffe, die in ganz Schottland, Irland und England im Gebrauch war. Das früheste Werk zum Backsword-Fechten wurde von dem Engländer George Silver im späten 16. Jahrhundert verfasst.
Die älteren Fechtquellen wie Donald McBane (1728), James Miller (1735) und Thomas Page (1746) werden in der Cateran Society als "Old Style" zusammengefasst. Dies beschreibt das frühe Broadsword, also die Fechtweise der Highland Clans und der Prizefighter (Stage-Gladiators, also Schaukämpfer und Boxer). Die Fußarbeit und Hiebmechanik stellt eine gesonderte Lernstruktur abseits des Regimentsstils dar. Da jedoch alle Fechtbücher eine Kontinuität und Verbindungspunkte haben, lassen sich die ältere und jüngere Methode verbinden.

Die meisten Fechtbücher stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis ins frühe 19. Jahrhundert und sind vornehmlich dem militärischen Umfeld zuzuordnen. Es handelt sich um eine simple, aber effektive Methode, welche sehr gut als Grundlage der Fechtschule dient und es ermöglicht Rekruten im Gruppenunterricht relativ schnell kampftauglich zu machen. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts waren auch die Mannschaftsränge der Hochlandregimenter noch mit dem Broadsword bewaffnet. Die Regimentswaffen fielen oft etwas leichter und schlanker aus, als solche aus dem 17. und frühen 18. Jhd., was Einfluss auf die Fechtmethode hat. Zudem wurde sie durch europäische Strömungen, vornehmlich das Fechten mit Säbel und Stoßdegen (Smallsword) beeinflusst.
Diese Regiments-Fechtweise war für alle militärischen Blankwaffen dieser Epoche gedacht – Broadsword, Backsword, Säbel, Spadroon (eine Art Hybrid aus Broadsword und Stoßdegen) und Naval Cutlass (Entersäbel) - und so verweisen manche Autoren auch auf mehrere Waffentypen. Ihnen gemein war auch der Gebrauch des Singlesticks als Trainingswaffe, ein Eschenholzstock mit einem Handschutz aus Leder oder Korbgeflecht. Für einfache Leute in den Clans oder aufgrund von Waffenverboten, konnte er auch als Behelfswaffe dienen. Auf Volksfesten oder auf den Bühnen der Stage-Gladiator (Preis- und Schaukämpfer) focht man damit bis zur ersten Platzwunde am Kopf. Als Fechtsport blieb der Singlestick noch bis ins frühe 20. Jahrhundert erhalten.
Die in der Cateran Society genutzten Fechtbücher sind von Sir William Hope (spätes 17. Jhd.), Zachary Wylde (1711), Donald McBane (1728), Captain James Miller (1735), Thomas Page (1746), Captain John Godfrey (1747), Andrew Lonnergan (1771), Captain G. Sinclair (1790), Archibald MacGregor (1791), Roworth/Taylor (1798), Henry Angelo (1798/99) und Thomas Mathewson (1805).



Targe und andere Beiwaffen
Die schottischen Highland Clans benutzten das Broadsword nahezu immer in Kombination mit dem Rundschild, Targe genannt. Bekannt war diese Schildform wohl schon im Mittelalter, auch in Irland. Targes waren meist aus mit Leder verstärktem Holz gefertigt und bis Mitte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch, anfangs auch noch bei den Highland Regiments. Aufwändige Verzierungen des Leders durch Punzierungen, Messingnägel oder auch Silberarbeiten sind belegbar. Im Zentrum des Targes befand sich oft ein kleiner Buckel aus Messing oder Eisen (seltener Silber) in den manchmal auch ein metallener Dorn eingeschraubt war bzw. werden konnte (sog. Spike). Dieser ermöglichte im Nahkampf Stiche, aber vor allem half er bei der Bindung der gegnerischen Klinge. Wir gehen davon aus, dass die schottischen Clankämpfer diese Kombination in Schlacht und Duell bevorzugten und ihr mehr Bedeutung zumaßen gegenüber dem Single-Broadsword.

Der Schild erlaubt einen schnellen und aggressiven Stil des Fechtens und gewährt defensiven Schutz. Das Training basiert auf dem Werken von Donald McBane (1728), Thomas Page (1746) und den Penicuik-Sketches. Die Penicuik-Sketches sind eine Kollektion von Zeichnungen eines Augenzeugen, die u.a. Highlander während des letzten Jakobiten-Aufstandes um 1745/46 darstellen. Sie zeigen viele Kämpfer mit Broadsword und Targe. Die daraus resultierenden Technikkonzepte lassen eine Kombination mit den Fechtbüchern nach Page und McBane zu.
Diese Technikkonzepte sind die Basis für den Gebrauch anderer Beiwaffen. Zunächst ist dies der schottische Dolch (Dirk), der in der freien Hand mit der Klinge eng am Unterarm geführt wird. So kann er für Bindungen im Nahkampf eingesetzt werden, man kann Ringversuche des Gegners abwehren und notfalls Hiebe abfangen. Bekannt ist auch, dass die Highlander gerne gleichzeitig mit dem Targe den Dirk in der Schildhand führten, um diesen als zusätzliches Element im Kampf einzusetzen.
Die Prizefighter oder Stage-Gladiator fochten auf ihren Bühnen auch noch mit Buckler und Parierdolch, die im militärischen und zivilen Gebrauch im 18. Jahrhundert keine große Rolle mehr spielten. Der stählerne Faustschild war im Gegensatz zu mittelalterlichen Exemplaren eher flach und der Parierdolch verfügte über einen Basket-Hilt. Diese Waffen werden eher mit dem englischen Backsword nach George Silver (16. Jhd.) in Verbindung gebracht, aber noch Donald McBane (1728) und Captain James Miller (1737) beschreiben diese Waffen. Miller zeigt zudem einen Parierhandschuh, den auch Sir William Hope als nützlich beschrieb.
Improvisierte Beiwaffen, wie ein um den Arm gewickelter Plaid oder Mantel, ein Bajonett oder eine Pistole sind historisch belegbar: Donald McBane beschreibt ersteres und Sir Thomas Cochrane, 10th Earl of Dundonald empfahl, ein Bajonett am freien Unterarm zu befestigen, während Lt. Pringle-Green zeigte, wie man eine Pistole zum Parieren im Enterkampf gebraucht.
Wer den Gebrauch von Beiwaffen wie Targe und Dirk lernen möchte, braucht erst einmal eine solide Basis. Daher beginnen Anfänger mit dem Training des Broadswords als Einzelwaffe. Über diese didaktische Methode erlernen sie die grundlegenden fechterischen Fähigkeiten wie Fußarbeit, Körpermechanik, Hiebe und Paraden, Distanzgefühl, Timing, Taktik etc. Fortgeschrittene Fechter erlernen dann den Umgang mit Broadsword und Targe, sowie die Hinzunahme des Dirk. Andere Beiwaffen sind optional je nach Interesse möglich.


Smallsword
Der im Englischen Smallsword genannte Stoßdegen oder Hofdegen war eine in ganz Europa beliebte Waffe, die ihren Ursprung im Rapier hatte und von Frankreich aus im Laufe der 2. Hälfte des 17. Jhds. überall in Mode kam. Die Fechtweise war vor allem durch Frankreich geprägt, jedoch entwickelten sich nationale Varianten davon. Das Stoßfechten wurde auch in Schottland beliebt und auch wenn es keine Waffe der Clansmen war, so entwickelte sich durch den Fechtmeister Sir William Hope und den Soldaten Donald McBane um 1700 ein ganz eigener, schottischer Stil. Dieser ging weg vom höfischen Reglement und hin zur Selbstverteidigung und sogar dem Schlachtfeld. Auch in der Entwicklung des Fechtens mit dem Broadsword spielte das Smallsword eine Rolle. Die Angelo-Dynastie war vor allem durch ihren Gründer Domenico Angelo bekannt geworden. Dieser verfasste Mitte des 18. Jahrhunderts sein Werk zum Stoßfechten und viel technischer Einfluss folgte auch in den Arbeiten zum Hiebfechten durch seinen Sohn Henry. Interessant ist anzumerken, dass in vielen Fechtbüchern betont wird, dass gentlemen beides beherrschen sollten, das Fechten mit dem Broadsword, als auch dem Smallsword.
Das Smallsword ist vor allem als rein auf den Stoß fokussierte Waffe bekannt. Dies zeigt sich auch durch die nadelartigen Klingen vieler späterer Modelle, die Drei- oder Vierkant-Profile haben. Jedoch zu Zeiten Hopes und McBanes fielen Smallswords oft zweischneidig, deutlich länger und schwerer aus und auch wenn sie vornehmlich für den Stich genutzt wurden, konnte man mit ihnen bis zu einem gewissen Grad Hiebe ausführen und parieren.
Zweitwaffen waren für das Smallsword seltener, aber Hope empfielt einen Parierhandschuh zu tragen, McBane einen Stock, Schwertscheide oder um den Arm gewickelten Mantel und Angelo zeigt sogar einen Parierdolch (und die krude Nutzung einer Lampe zum Blenden). Alle drei fechtquellen sind auch stark mit dem Broadsword-Fechten verbunden, es gibt technisch viele Überschneidungen. Zudem emfielt z.B. McBane auch Taktiken, wie man dem Broadsword begegnen sollte bzw. wie man es selbst nutzt.
Neben den Arbeiten von Sir William Hope (1687 - 1707), Donald McBane (1728) und Domenico Angelo (1763 ist auch das Fechtbuch von Zachary Wylde (1711) sehr interessant. Er beschreibt den Gebrauch von Smallsword, Backsword, Quarterstaff und sogar Ringkampf. Sein Stil ist dem von Hope und McBane sehr ähnlich. Der Franzose Girard (1740) ist ebenfalls sehr spannend, denn wie andere Fechtmeister zeigt er nicht nur den Kampf Smallsword gegen seinesgleichen, sondern auch den Gebrauch gegen eine Vielzahl anderer Waffen.)

Highland Dirk
In Kombinati
mit Schwert und Targe trugen die Highlander den langen Dolch (Dirk) in der Schildhand. Er konnte auch als Beiwaffe mit dem Broadsword benutzt werden und im Nahkampf. Neben dem Broadsword war der Dirk wichtigste Blankwaffe der Highlander und Highland Regiments. Bis in die Moderne trugen die Soldaten den Dirk neben der traditionellen Kleidung als Symbol ihrer Geschichte, Herkunft und Kampfkraft. Der Dirk hatte eine Gesamtlänge von ca. 50 cm oder mehr, war einseitig geschliffen und Klingen wiesen verschiedene Profile auf. So gibt es Dirks, die eine fast dreieckige Klingenform haben, andere sind aus alten Backsword-Klingen gefertigt. Schon im 16. Jhd. trugen Iren und Schotten lange Dolche im Kampf (bei den Iren als Skean bekannt). Ihren Ursprung hatten sie wohl in den mittelalterlichen Scheiben- und Nierendolchen
Der Dirk war bei den Schotten genau genommen von größerer Gewichtung, als das Broadsword. Zum einen war er erschwinglicher, weshalb ihn auch weniger wohlhabende Männer trugen, zum anderen gehörte er zur Ausstattung erwachsener Männer als Waffe, Werkzeug und Statussymbol. Kleinere Messer nannten sich Sgian Achlais und Sgian Dubh und wurden versteckt im Ärmel oder unter der Achsel getragen. Die Soldaten der Highland Regiments gebrauchten den Drik gerne im Nahkampf, wie z.B. in den Kolonialkämpfen des Siebenjährigen Krieges (sog. Franzosen- und Indianer-Kriege). Die waldigen und bergigen Kriegsgebiete machten den Dirk zur bevorzugten Wahl gegenüber dem Broadsword. Noch in den Grabenkämpfen des 1. Weltkrieges gebrauchten sie ihre Dirks und Sgians, da sich aufgepflanzte Bajonette in der Enge der Gräben oft als unpraktisch erwiesen. Zum Highland-Dress gehören Dirk und Sgian Dubh heute noch.

Direkte Quellen zum Gebrauch gibt es leider nicht. Es gibt Bild- und Textzeugnisse vom Einsatz des schottischen Dirks und wenige Quellen wie Archibald MacGegor (1791) erwähnen ihn. Anhand dieser und der Waffe lassen sich viele Rückschlüsse ziehen. Aber das Highland Knife Fighting bleibt spekulativ und experimentell. Die Cateran Society hat ein paar simple Methoden erstellt, durch die wir praktisch arbeiten können.

Claidheamh da Laimh
Das schottische, beidhändige Großschwert wird fälschlicherweise oft als Claymore bezeichnet. Der gälische Begriff Claidheamh da Laimh trifft es in der Terminologie besser, darüber sind sich die Sprachforscher inzwischen einig. Das Großschwert hatte eine Gesamtlänge von 130 bis 150 cm, mit einer breiten, flachen Klinge, die vor allem für den Hieb geeignet war. Eine Variante dieses Schlachtschwerts kam im 17. Jhd. auf und war mit einem Clam-shell guard genannten Handschutz ausgestattet. In den Lowlands gebrauchte man eher größere Bidenhänder, welche anderen europäischen Gegenstücken entsprachen. In Irland gab es ähnliche Designs von Großschwertern. Auch wenn die Galloglass-Söldner vornehmlich für die Langaxt bekannt waren, so gebrauchten viele von ihnen später auch die zweihändigen Schwerter, ebenso wie die New Scots oder Redshanks genannten schottischen Söldnertruppen, die im 16. Jahrhundert verstärkt nach Irland kamen.
Die schottischen Hochländer führten das Claidheamh da Laimh ab dem frühen 16. Jahrhundert immer mehr. War die Hauptwaffe der Highlander noch bis ins späte 15. Jhd. die beidhändige Axt, so sieht man spätestens nach der Schlacht bei Flodden, 1513 einen stärker werdenden Einsatz der Beidhänder. Im Laufe des 17. Jhds. ließ dies stark nach, aber vereinzelt war es noch im Gebrauch. Noch in der Schlacht bei Killiecrankie 1689 sollen gut ein Dutzend davon zum Einsatz gekommen sein. Es gibt sogar Hinweise darauf, das solche noch beim letzten Jakobiten-Aufstand um 1746 gesichtet wurden. Aber dies war wohl eher eine extreme Ausnahme. Er wurden Klingen von Zweihändern im 18. Jhd. zu Basket-Hilt Broadswords umgebaut.
Seinen Ursprung hatte das Claidheamh da Laimh in den einhändig und anderthalbhändig (halflang) geführten Schwertern des schottischen Mittelalters. Sie weisen schon typische Merkmale der Großschwerter auf, wie die nach vorne geneigte Parierstange/Kreuz und die Knaufform und man kann die nordischen Einflüsse im Design gut erkennen.
Quellen zum Fechten mit diesen Waffen gibt es leider keine. Die Cateran Society analysiert jedoch Schlachtberichte und gleicht diese mit den Grundprinzipien des einhändigen Fechtens ab. Zudem lässt sich die Hiebmechanik und Fußarbeit von Thomas Page damit verknüpfen. So wurde ein kleines Technikkonzept erarbeitet, das sich praktisch einsetzen lässt und das mit belegbaren Zweihandschwert-Traditionen, wie dem iberischen Montante und italienischen Spadone abgeglichen werden kann.

Lochaber-Axe
Die Schotten gebrauchten als einfache, aber effektive Stangenwaffe die Lochaber-Axt. Diese war eine Art Hellebarde, günstig herzustellen und hatte ihren Ursprung wohl aus der Umwandlung landwirtschaftlicher Geräte. Erstmalig erwähnt wird sie im frühen 16. Jahrhundert. Sie erhielt sich bis zu den letzten Aufständen der Jakobiten Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Stadtwache von Edinburgh behielt sie sogar darüber hinaus bei.
Die Lochaber-Axt ist meist entweder an einem ca. 130 – 150 cm langen Eichenschaft montiert oder einer 180 cm langen Stange. Das Axtblatt, mit dem man auch zu
stechen konnte, wenn es zugespitzt geformt war, wog ca. 2 bis 2,5 kg und war über eine Tülle oder zwei Ringe am Schaft befestigt.  Manche Exemplare hatten eine spitze Tülle am Schaftende als Gegengewicht zur Klinge oder auch verlängerte Metallzungen die den Schaft zusätzlich im Axtkopfbereich schützten. Eine Besonderheit ist der cleek, ein Haken von dem vermutet wird, man könne damit Gegner kontrollieren und Berittene vom Pferd ziehen konnte. Manche Forscher sind da aber unsicher. Es hat sich für sie keine Fechtquelle erhalten, aber zumindest Sir William Hope und Donald McBane zeigen sie in ihren Fechtbüchern.
Eine echte Spezialistenwaffe war hingegen die irische Sparth-Axt der Söldnertruppen schottischer Herkunft, die Galloglass (gall óglaigh) genannt wurden. Diese langstielige Streitaxt hatte ihren Ursprung in den Dänen-Äxten der skandinavischen Einwanderer in Schottland, die vor allem auf den Hebriden und in den West Highlands siedelten und sich dort mit der ansässigen Bevölkerung verbanden. Diese gälisch-nordische Kultur prägte die Hochlandkrieger in Ausrüstung, Waffendesign und Kampfweise bis ins späte 16. Jahrhundert. Bevor um 1500 das beidhändige Großschwert aufkam, waren die West Highlander und Islander als Axtkämpfer bekannt. Die aus ihren Reihen stammenden Galloglass behielten diese Waffe noch bis um 1600 bei. In Zeiten von Muskete und Rapier, marschierten die Galloglass mit ihren Kriegsäxten, langen Kettenhemden und Breitschwertern auf. Der inzwischen leider verstorbene Ken Pfrenger, ein Mitbegründer und Freund der Cateran, hat zur Sparth-Axt einige Technikdrills erarbeitet, die ihren praktischen Gebrauch ermöglichen. Das Grundkozept wurde von der Cateran Society auch für die Lochaber-Axt übernommen.
Der Quarterstaff kann, wie schon im Mittelalter als Einstiegsgerät für Stangenwaffen dienen, da er einerseits erschwinglich in der Anschaffung ist, man damit sehr sicher und gut die Grundlagen lernen kann und zudem das Gewicht, im Vergleich zu einer Lochaber-Axt den Einsteiger nicht überfordert. Er diente auch als eine Waffe für sich. Noch im 18. Jahrhundert war der Quarterstaff bei den Stage-Gladiators im Gebrauch. Die Hauptquellen dazu sind Donald McBane und Archibald MacGregor.



Cudgeling
Der Spazierstock wurde im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts immer mehr zum täglichen Accessoire. Insbesondere dort, wo das Tragen von Blankwaffen verboten war oder Einschränkungen unterlag, bot ein einfacher Wanderstab oder Spazierstock eine legale Hilfswaffe. Sofern man nicht auf eine versteckte Klinge, also einen Stockdegen zurückgriff. Auch die Meister des Highland Broadsword waren sich dieser Übertragbarkeit bewusst. Bereits Captain Sinclair schreibt darüber in seinem „Anti-Pugilism“ (1790).
Dabei wurde direkt von der Fechtweise mit der Blankwaffe übertragen. Mit den irischen Gangs und Faction-Fights assoziiert wird das Bata, der Kampf mit dem Blackthorn Shillelagh, ein sehr zäher und mit hartem Wurzelknauf ausgestatteter Knüppel, der auch als Spazierstock gebraucht wurde. Donald Walker (1840) beschreibt seinen Gebrauch, ebenso wie spätere Autoren bis in die Epoche um 1900 sich sehr dem Spazierstockfechten widmen.
Die Cateran Society trainiert in regelmäßigen Abständen den Gebrauch des Spazierstocks basierend auf den Grundlagen des Broadswords
im Rahmen der MacGregor Method. Dabei fließen alle Aspekte der von uns trainierten Waffengattungen ein. Es werden ein- und beidhändige Techniken genutzt, Stiche mit dem Stockende und Hiebe mit dem Knauf, sowie Hebeltechniken kombiniert mit Schlägen, Tritten und Würfen im Nahkampf.


Highland Wrestling & Pugilism
Das heute noch praktizierte Highland Wrestling oder Scottish Backhold Wrestling ist der traditionelle Ringstil Schottlands und seine Wurzeln reichen weit in der Geschichte des Landes zurück. In den Highlands gehörte der Ringkampf zur Ausbildung der Clankämpfer. Heute wird Backhold insbesondere bei den Highland Games ausgeübt und es gibt einige Schulen in Schottland. Die Ringer greifen sich um den Oberkörper und versuchen von dieser Haltung aus den Gegner mittels verschiedener Würfe, Ausheber und Fußfeger zu Boden zu bringen. Dabei dürfen sie den Griff nicht lösen und außer mit den Füßen mit keinem anderen Körperteil den Boden berühren. Dabei sind Körperkraft, Athletik und Technik wichtig. Es finden sich Verbindungen zum Fechten mit dem Broadsword, also der Ursprung dieser Backhold-Techniken auf dem Schlachtfeld, insbesondere auch in Kombination mit dem Dirk. Trainiert wird das Highland Wrestling anhand von alten Anleitungen, wie Donald Walker, William B. Dick und Walter Armstrong und mit der Unterstützung von Ringern aus Schottland.
Um 1700 wurde das Boxen (Pugilism) zum Sportspektakel, welches im Laufe des Jahrhunderts nicht weit von der heutigen Popularität des Kampfsports weg war. Anfangs waren dies noch fast regellose Kämpfe, die von den Stage-Gladiators genannten Preiskämpfern öffentlich neben Waffengängen mit Backsword, Singlestick und Quarterstaff ausgetragen wurden. Dabei wurde mit Fäusten, Tritten, Kopfstößen, Ellenbogen, Knie und Ringtechniken „bareknuckle“ gekämpft, also mit bloßen Fäusten, weswegen auch Hammerfists, Backfists und Schläge in den Nacken genutzt wurden. Es bestehen technische und historische Verbindungen zu den alten Ringstilen und dem Fechten. Erste Kämpfer wie James Figg (um 1719) systematisierten den Faustkampf nach den Prinzipien des Backswords. Sein Schüler Jack Broughton (ca. 1703/04 – 1789) erließ das erste Regelwerk, jedoch bestand dieses aus nur wenigen Technikverboten. Auch der Fechtmeister Donald McBane hat bei solchen Preiskämpfen teilgenommen, ob mit Waffen oder auch im Faustkampf ist jedoch bisher unbekannt. Spätere Pugilisten wie der spanisch-sephardische Jude Daniel Mendoza oder der afroamerikanische ehemalige Sklave Bill Richmond brachten den Faustkampf technisch voran und ihre Lebensgeschichten, wie auch die anderer Kämpfer aus der Hochzeit des Pugilism um 1800 sind spannendes Material für Filme und Bücher. Quellen zum Faustkampf gibt es viele, leider nicht aus der frühen Phase. Captain John Godfrey, der 1747 zum Smallsword und Backsword schrieb, betrachtet auch kurz das Boxen, aber ab 1780 häuften sich die Erscheinungen, wie z.B. das System Daniel Mendoza´s (1789), „The Art and Practice of Boxing“ (1825) und zahlreiche nachfolgende Werke aus dem 19. Jahrhundert. Es ist zu betonen, dass das Pugilism zwar ein Sport war, jedoch immer auch als geeignetes Mittel zur Selbstverteidigung galt und daher mit dem Fechten als "Art of Defence" bezeichnet wurde.
Die Basis des waffenlosen Trainings bildet das Highland Wrestling. Doch auch andere Ringstile, wie das Cornish Wrestling und bretonische Gouren (beide mit Jacke), irische Collar-and-Elbow, In-Play, Lancashire, Loose-Hold, Shinkicking/Purring etc. sind Einflüsse. Aufgrund der historischen und kulturellen, aber auch technischen Zusammenhänge verbinden wir dies mit Aspekten des Pugilism, den beschriebenen Techniken der historischen Notwehr und den Nahkampftechniken des Highland Broadswords zu einem System.


 
 

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Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Homepage der Cateran Society: http://www.cateransociety.com/ Weitere Anfragen zum Training, Seminaren etc. bitte an blackwatch_42nd@yahoo.de
Die Broadsword Academy Germany ist eine offiziell zertifizierte, freie Trainingsgruppe der Cateran Society Broadsword Academy. Wir trainieren u.a. nach von Christopher Scott Thompson, Präsident der Cateran Society und Head-Instructor des Broadsword Academy Apprenticeship Program, entwickelten Methoden und Interpretationen verschiedener historischer Quellen. Gemeinsam wird das Fechten mit dem Highland Broadsword und anderen Waffen trainiert, einem z.T. rekonstruierten historischen Fechtstil schottisch-britischer Tradition, dessen Wurzeln im 16. Jahrhundert liegen und der bis ins 20. Jahrhundert hinein in z.T. abgewandelter Form ausgeübt wurde. Im Kern basiert unser Training auf den Interpretationen alter Fechtmanuskripte, sowie militärischen Drillbüchern und anderen schriftlichen, als auch bildlichen Quellen. Einige Aspekte stammen aus folkloristischer Tradition bzw. der gälischen Kultur und deren freier Interpretation. Zum Teil fließen auch die Erkenntnisse anderer Fechttraditionen und Kampfkünste mit ein. Ziel ist der freie, möglichst realitätsnahe Gebrauch des Broadsword und anderer Waffen, sowie die Pflege einer gewissen europäischen Tradition und der historische Zusammenhang mit den Highland Clans und Regiments. Das Curriculum beinhaltet Highland Broadsword, Targe und Dirk. Weitere Teilbereiche sind das Highland Wrestling, Pugilism (altes Boxen), Cudgeling (Selbstverteidigung mit dem Spazierstock und Regenschirm), sowie das Naval Cutlass (Entermesser). Das Ziel als Trainingsgruppe der Broadsword Academy ist es, gemeinsam nach und nach alle Puzzleteilchen zu kennen und zu beherrschen. Wir bieten neben Fechtunterricht auch Informationsstände und Aufführungen z.B. bei Highland Games an, sowie Beratung und Training für Film-, Theater- und Spieleproduktionen. Auch für Workshops und Seminare zu den schottischen historischen Kampfkünsten können Sie uns gerne kontaktieren.